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Geschichte der Kurt-Hahn-Stiftung Im Jahr 1954 wird die "Vereinigung der Förderer der Schulen Schloss Salem e.V." gegründet. Die seit 1950 bestehende "Altsalemer Vereinigung ASV" (Altschüler Vereinigung) schafft 1963 einen Stipendienfonds, der 1967 in die "Stiftung zur Unterstützung der Salemer Schulen" übergeht. Diese wiederum bringt ihr Vermögen in die "Kurt-Hahn-Stiftung" ein, die sich am 24. Januar 1984 konstituiert; die "Vereinigung der Förderer" beteiligt sich mit einer Zustiftung. Aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit und ihres weiter gefaßten Rahmens hat sie die Möglichkeit, einen größeren Personenkreis anzusprechen und durch Zustiftungen ein Kapitalvermögen zu bilden, aus dessen Erträgen in Zukunft mehr Stipendien und Investitionen finanziert werden können. Golo Mann schreibt der Kurt-Hahn-Stiftung ins Gründungsbuch:
Wenn ein Ur-Altsalemer, Abitur 1923, hier kurz das Wort ergreift, so darum,
weil das Unternehmen, um das es ihm geht, hoffnungsvoll erscheint.
Die Salemer Schulen gehören heute - heute wieder - zu den blühendsten ihrer Art: die "besten" darf ich sie nicht nennen, solche Superlative sind ja wohl unerlaubt. Dass neben der gewaltigen Mehrheit staatlicher Schulen auch private sein sollen, ist eine wohl von niemandem mehr im Ernst bestrittene Erkenntnis. (...) Eine Privatschule bedarf eines Vermögens. Für die alten englischen Public Schools, für die berühmten "Prep-Schools" und Colleges der Vereinigten Staaten ist das eine Selbstverständlichkeit. In Deutschland nicht und auch für Salem nicht. Hier bringt die neue Stiftung eine grundlegende Veränderung: Sie wird das Recht haben, Kapital anzusammeln. Wer ihr gibt, weiß, dass er für etwas Bleibendes gibt; beiträgt wie viel oder wenig auch immer, zu einer Summe, deren Zinsen dauern und zukünftigen Zwecken dienen (...). Nirgendwo steht geschrieben, dass die Kinder wohlhabender Eltern geeigneter sein müssen, als jene weniger Begünstigter. Der wäre ein Narr, der solches behauptete. Nur: auch und gerade eine Privatschule sollte die ganze Gesellschaft, so wie sie gegenwärtig ist, repräsentieren, nicht nur die obersten Steuerklassen. Und unsere Gesellschaft ist keine hierarchisch aufgebaute mehr, wie die englische im 18. und 19. Jahrhundert; eine Grundbedingung, der auch Eton und Harrow sich nach Kräften angepasst haben. Daraus folgt: je mehr Stipendien, desto besser. Jede Schule, Staat in Miniatur, braucht eine Elite. Jene, die zu ihr gehören, dürfen es gar nicht wissen, sie ergibt sich diskret und auf natürlichstem Weg. Es ist die Elite, die den guten Geist des Instituts trägt und fortentwickelt. Sie kann heute nur noch von überall herkommen; von Studierenden, deren Eltern klingende Namen haben, und von jenen bescheidener Herkunft. Je unabhängiger eine Privatschule im finanziellen ist, desto näher wird sie diesem Idealziel kommen. |
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